Presseschau
20.06.2010 – Sächsische Zeitung
Johannstädter feiern französisches Straßenfest
Philipp RungeJohannstadt: Kommenden Montag wird an vier originellen Plätzen Musik erklingen. Dabei treten 18 Künstler aus Dresden und Umgebung auf.
Dieses Jahr wird die Johannstadt erstmalig auch zum Veranstaltungsort für die „Fête de la Musique“. Diese wird weltweit jährlich zur Sommersonnenwende gefeiert. Der Verein JohannStadthalle hat die Fete nun auch bei sich auf die Beine gestellt. Das Institut Francais veranstaltet das Fest in der Altstadt schon seit mehreren Jahren. Darum half das Institut Francais dem noch jungen Verein bei der Organisation.
Auf die Idee kam die Geschäftsführerin Ulrike Cadot-Knorr in Paris. Dort hat das Musikfest auch seine Wurzeln. Jedes Jahr werden ganze Plätze für die auftretenden Künstler und ihre Zuschauer gesperrt. 1982 wurde es auf Initiative des damaligen französischen Kulturministers zum ersten Mal gefeiert. Schnell hat es sich ausgebreitet. Letztes Jahr wurde es in 340 Städten rund um den Globus zelebriert. Das dürfte vor allem an den Bedingungen des Festes liegen.
So können alle Veranstaltungen ohne Eintritt besucht werden. Zudem treten die Künstler ohne Gagen auf. Ebenfalls bemühen sich die Veranstalter um besonders schöne Konzertorte, so zum Beispiel unter freiem Himmel.
Der Johannstädter Verein muss allerdings Gebühren an die Musikverwertungsgesellschaft Gema bezahlen. „Das ist ein Problem, das der Grundidee des Festes widerspricht“, erklärt Ulrike Cadot-Knorr. Die finanziellen Mittel dafür muss der Verein alleine tragen. Dagegen freut sich die Vereinschefin, dass viele Künstler gewonnen werden konnten.
Insgesamt 18 Interpreten werden am Montag ab 15.30 Uhr an den vier verschiedenen Orten auftreten. Der Fährgarten gehört ebenso dazu wie der Zirkus- und der Zwillingsbrunnen in den Johannstädter Wohnvierteln. Das Abschlusskonzert von Künstler Sebastian Lohse ist in der JohannStadthalle auf der Holbeinstraße geplant. Die Musiker kommen aus Dresden oder der näheren Umgebung und bieten ein buntes Programm.
15.06.2010 – Dresdner Neueste Nachrichten
Süßer Anlass zum Kennenlernen
Heinz WeißflogKünstler der Schokofabrik stellen in der JohannStadthalle aus
Zur Eröffnung gab es Schokolade. Ein süßer Anfang für eine gemeinsame Präsentation, auf der sie sich zusammengefunden haben, um sich besser kennenzulernen: Die Schokowerker sind neun Künstlerinnen und Künstler verschiedenen Alters, Berufes und unterschiedlicher Herkunft, die ein Atelier in der alten Blockschokoladenfabrik auf der Hopfgartenstraße, inmitten von Plattenbauten aus der DDR-Zeit besitzen und nun das erste Mal in der JohannStadthalle gemeinsam ihre Arbeiten ausstellen …
… Während der Ausstellung entstand auch ein gemeinsames Objekt zum Thema „Wasser“. Außerdem finden zahlreiche weitere Veranstaltungen statt, wie Frank Ole Haakes Bemalungen von sechs Glasscheiben in der Technik der Hinterglasmalerei, sowie Konzerte auf dem Cembalo mit Iwai Yasushi, der sich in der Ausstellung als Maler präsentiert. Selbstporträt-Workshops leitet die Dresdner Künstlerin Katharina Probst, Filzkurse werden von Henriette Rückert durchgeführt. Frank Ole Haake zeigt einen Dokumentarfilm zum Abriss des Centrum Warenhauses an der Prager Straße, während Anke Ewers verschiedene künstlerische Techniken für Anfänger und Fortgeschrittene in einem offenen Workshop vorstellt. Wolfgang Bruchwitz demonstriert „Radierkunst mit der kalten Nadel ins weiche Material“ und erklärt, was Grafik ist.
22.04.2010 – Sächsische Zeitung
JohannStadthalle belebt das Gebiet
Martina LauDresdner Vereine – Teil 4
Die SZ stellt in loser Folge Vereine vor. Heute: Der JohannStadthalle e.V.
Ulrike Cadot-Knorr ist Herrin über einen Saal von 680 Quadratmetern sowie diverse Werkstätten und Ateliers. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Vereins Johannstadthalle ist sie angetreten, den Stadtteil noch lebendiger zu machen. Für diese Herzensangelegenheit kam sie nach Jahren im Ausland in ihre Heimat zurück. Nun ist die freie Filmemacherin Geschäftsführerin des Vereins.
Mit einer Ausstellung über den Architekten Wolfgang Hänsch hatte im letzten Juni alles begonnen. 2000 Menschen kamen in sechs Wochen vorbei, um sie zu betrachten. Ein fulminanter Start. „Wir sind kein typischer Mitgliederverein“, sagt Ulrike Cadot-Knorr. Zehn Gründungsmitglieder investieren ihre Freizeit in die Planung und Durchführung von Veranstaltungen in der Holbeinstraße 68.
Sie möchten mit den Menschen im Stadtteil in Kontakt kommen. Diese sind eingeladen, ihre Ideen für die JohannStadthalle mit einzubringen. Das Motto über allen Angeboten in diesem Jahr lautet: „Johannstadt – soziale Stadt“. Seit Anfang April nimmt eine junge Hamburgerin den Stadtteil dafür mit ihrer Kamera unter die Lupe. „Ich möchte den Bewohnern einen neuen Blick auf Johannstadt eröffnen“, sagt Sonja Dürscheid. Die 33-Jährige bekam ein Stipendium des Vereins. Eine Wohnung und ein Atelier werden ihr bis Ende April zur Verfügung gestellt, außerdem erhält sie ein Honorar. Am 23. April öffnet sie ihr Atelier und zeigt die Ergebnisse ihrer Videoarbeit.
31.03.2010 – Sächsische Zeitung
Kinder haben tolles Plakat für die JohannStadthalle gemalt
Peter HilbertEin acht Meter breites Bild mit Frauen und Männern ziert jetzt den Ostgiebel des Kulturhauses.
Der graue Ostgiebel der Johannstadthalle ist jetzt toll geschmückt. Auf knapp drei Meter hohen und acht Meter breiten Leinenbahnen zieren lustige Frauen und Männer das Kulturhaus. Die haben Kinder der Johannstädter Tagesstätte „Gänseblümchen“ gemalt, erläutert Ulrike Cadot-Knorr, die Geschäftsführerin der Johannstadthalle. Das ist nicht nur so, weil ihr zweijähriger Sohn Pierre die Kita besucht. Die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt hat den Kita-Bau bezahlt. Sie finanziert auch zum Großteil den Betrieb der Johannstadthalle. So arbeiten beide Einrichtungen eng zusammen.
Cadot-Knorr kam bei der Planung für dieses Jahr auf die Idee, ein gemeinsames Frauen- und Männertagsplakat zu gestalten. Mit der Pieschener Künstlerin Conny Cobra hatte sie eine gute Partnerin. Diese malt wöchentlich mit den Gänseblümchen-Kindern. Mit denen rückte sie in der Johannstadthalle an. Binnen drei Tagen hatten sie Stoffbahnen mit Acrylfarben in ein schmuckes Plakat verwandelt.
Das war kein einfaches Unterfangen, berichtet die Hallenchefin schmunzelnd. Immerhin wurde mit wasserfester Acrylfarbe gemalt. Also waren die Kleinen in Kitteln in Aktion. Mindestens bis zum Männertag soll das Plakat den Hallengiebel schmücken.
14.02.2010 – Dresdner Morgenpost
Die JohannStadthalle mutiert zum Hörsaal
Dresden Johannstadt kriegt eine neue Uni. „Wir möchten unseren Stadtteil damit noch interessanter und attraktiver machen“, sagt Sandy Asser vom JohannStadthalle e.V., der hier für Kultur in allen Spielarten sorgt.
Für die neue „JohannStadtUniversität“ hat sich der Verein praktischerweise gleich mit Instituten und Fakultäten aus der Umgebung verbündet. Schließlich sind in der Johannstadt zum Beispiel die Uniklinik oder Dresden University of Technology ansässig, die ihre Referenten „nur über die Straße“ zu schicken brauchen.
Die monatlichen, 90-minütigen Vorlesungen beginnen am 25. Februar. Sie tragen Titel wie „Demenz – woran erkennt man sie und wie kann man sie behandeln?“, „Medikamente in Entwicklung – wieso kostet das so viel?“, „Überleben im Weltraum – Lebenserhaltungssysteme für Astronauten“ oder „Holz zwischen Tradition und Zukunft“. Sandy Asser: „Die Vorträge sind für jedermann geeignet, man kann danach auch Fragen stellen.“ Beginn ist jeweils 18 Uhr in der Holbeinstrße 68, Eintritt: 3,- bzw. 2,- Euro ermäßigt.
Bereits am 23. Januar ab 15 Uhr präsentieren sich die Referenten und Institute vor Ort. An diesem „Tag der Ideen“ stellen auch Tüftler und Hobbyforscher ihre Projekte vor.
01.09.2009 – Deutsches Architektenblatt Ausgabe Ost 09/09
Wolfgang Hänsch – Architekt der Moderne
Prof.Dr.-Ing. Gisela RaapCa. 2000 Besucher hatten sich mit einer der bekanntesten Architekturpersönlichkeiten der Stadt Dresden während seiner Ausstellung vom 19.06. – 31.07.09 in der JohannStadthalle vertraut gemacht. Die Gäste sahen für sie wahrhaft vertrautes in konzentrierter Form: die besten Bauten der Dresdner Nachkriegsmoderne, deren Entstehen und deren intensiver Nutzung sich die Besucher der Generaration 50+ noch lebhaft und überwiegend positiv erinnerten.
Ob vor Bildern und Originalzeichnungen der Borsbergstraße, der nicht mehr existierenden Webergasse, dem Haus der Presse, dem Kulturpalast oder der Semperoper – die Diskussionsfreudigkeit der Dresdner Bürger über das Schicksal dieser Bauten war ungewöhnlich hoch. Zu den donnerstags stattfindenden Filmabenden kamen so viele Gäste, dass die Platzkapazität nicht ausreichte und manche Veranstaltung wiederholt werden musste.
Es war ein guter Entschluss, diese Ausstellung mit einer Reihe von Zeitzeugnissen, die über die reine Architekturdarstellung hinausgehen, anzureichern. Sie sollte bewusst nicht nur Architekten sondern vor allen die Nutzer der Bauwerke ansprechen. Mehr als allgemein gedacht wird, sind den Dresdnern die Bauten, in denen sie auch viele angenehme Stunden verbracht haben, ans Herz gewachsen.
22.08.2009 – Dresdner Neueste Nachrichten
Wenn ein Vogel ein Nest baut
Heinz WeißflogKunstwerke von Cèsar Olhagaray und Muriel Cornejo
In diesem Jahr kam eine Ausstellung mit Werken des Malers zustande, in der man Malerei, Grafik und Fotografie sowie Weidenrutenplastiken seiner Lebensgefährtin sehen kann. Die über 150 Arbeiten von Olhagaray schmücken die hohen Wände des Raumes, darunter unterschiedlich formatige Acrylbilder, Mischtechniken, Gouachen, Aquarelle und Zeichnungen sowie Fotografien von den Ereignissen in Chile. Sie sind als Retrospektive von 1975 bis 2009 gedacht und vermitteln ein interessantes Bild bewegter Jahre. Die Kunst anderer Kulturen, besonders die alte lateinamerikanischer Kunst sowie die französische Moderne haben ihn stark beeinflusst, wesentlich für sein Werk aber waren vor allem magischer Realismus und Surrealismus des 20. Jahrhunderts
Muriel Cornejo hängt und stellt ihre Weidenrutenobjekte in den weiten Raum, als fänge sie mit ihnen das hereinbrechende Licht. Unter dem Titel „Nuke“ erdichtet sie seit 16 Jahren Formen, die an Samenkörner, Kokons, Kugeln, seltsame Köcher und Fanggeräte erinnern. Die indianische Bezeichnung „Nuke“ ist Synonym für Korb, Gefäß, Ei, Bauch oder auch Schoß, der etwas trägt, also Geborgenheit, selbstlose Liebe ausdrückt.
In gemeinsamen Projekten arbeiten Cèsar und Muriel auch als Puppenspieler, besonders mit Flachfiguren und Animationen von Papier und Stoff.
06.08.2009 – Sächsische Zeitung
Dresden spinnt…
Thomas LehmannEin gewaltiges Netz spannt sich derzeit über die Elbwiesen am Fährgarten in Dresden. Die Installation hat das in Dresden lebende chilenische Künstlerpaar Muriel Conejo und Cèsar Olhagaray montiert. Zwischen Bäumen und Masten wurden knapp zwölf Kilometer Weihnachtsbaumnetz gespannt. Eine Woche lang hatten sechs Helfer das Gewebe zurechtgeschnitten und verknotet. Das Kunstwerk soll durch das Spiel mit dem Wind auf die Kräfte der Natur aufmerksam machen, sagt Muriel Cornejo.
09.07.2009 – Sächsische Zeitung
Eine Zeitreise durch 60 Jahre Baugeschichte
Birgitt Grimm"Wolfgang Hänsch nimmt kein Blatt vor den Mund. Der 80-jährige Architekt ist en kritischer Beobachter des aktuellen Baugeschehens in seiner Heimatstadt Dresden. Und wenn es sein muss, mischt er sich immer wieder ein.
Beispiel Kulturpalast. Den Umbau zum Konzertsaal hält Hänsch für einen Schildbürgerstreich. "Hier wird ein funktionierender Multifunktionssaal kaputt gemacht für einen Konzertsaal, der besser an anderer Stelle in Dresden gebaut werden könnte, zum Beispiel zwischen Blockhaus und Finanzministerium", sagte Hänsch unlängst in der Ausstellung, die seinem Lebenswerk gewidmet ist. Die Wettbewerbsaufgabe war falsch gestellt, meint er. Ziel hätte der Neubau eines Konzerthauses für Philharmonie und Staatskapelle sein müssen, denn auch die Semperoper sein kein optimaler Konzertsaal.
Die Architekturprofessorin Gisela Raap, die nach ihrer Emeritierung vor sieben Jahren das Sächsische Archiv für Architektur und Ingenieurbau gegründet hat und die Dresdner Baugeschichte nach 1945 untersucht, hat für diese Ausstellung in der Dresdner JohannStadthalle die wichtigsten 5 Bauten von Wolfgang Hänsch ausgewählt. Das sind in der Reihenfolge ihres Entstehens in Dresden: Die Borsbergstrasse, die Webergasse, das Haus der Presse, der Kulturpalast und der Wiederaufbau der Semperoper mit ihren Funktionsgebäuden. Hänsch hat Schulen gebaut und Wohnhäuser und sich nach der Wende auch am Dresdner Neumarkt eingemischt. "Er ließ sich in seiner Haltung zur Architektur der Moderne nicht auf Kompromisse ein", sagt Gisela Raap…"