Presseschau
14.11.2011 – Sächsische Zeitung
Erste Lehrstellenbörse für die Johannstadt
Andrea SchaweJohannstadt-Süd
Unter dem Motto "Die Johannstadt zeigt sich" präsentieren sich ortsansässige Betriebe
In der Johannstadt sind vielfältige Unternehmen ansässig. Vom Handwerksbetrieb über Gesundheitseinrichtungen und Gewerbetreibende bis zum international agierenden Forschungsunternehmen ist alles dabei. Und diese suchen Nachwuchs. Darunter ist das Herzzentrum Dresden, die Pro Seniore Unternehmensgruppe, die Stadtreinigung und die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt. Sie gehören zu den mehr als 30 Unternehmen, die sich auf der ersten Johannstädter Lehrstellenbörse am 8. Oktober als Ausbildungs- und Praktikumsbetriebe vorstellen.
"Ziel der Börse ist es, den Jugendlichen aus dem Stadtteil den Zugang zu den Unternehmen zu erleichtern, sagt der Altstädter Ortsamtsleiter André´ Barth.
Insgesamt wohnen knapp 3000 Kinder und Jugendliche im Stadtteil. Über zehn Prozent davon kommen aus einer Familie mit Migrationshintergrund. "Wir wollen auch helfen, Hemmschwellen für Jugendliche ausländischer Herkunft abzubauen", sagt er.
Das Ortsamt veranstaltet die Börse zusammen mit dem Verein JohannStadthalle und dem ehrenamtlichen Netzwerk Johannstadt. Auch die sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe (SBG) informiert auf der Börse über duale Studiengänge und Ausbildungen. "Bei uns wird in den Berufsfeldern Farbe, Lack, Naturwissenschaft und Umwelttechnik ausgebildet", sagt Andreas Kolschmann von der SGB. Das Unternehmen ist eines der größten Einrichtungen für Aus- und Weiterbildung in Dresden.
Ein Programm zur Berufsorientierung ,-beratung sowie Bewerbung ergänzt die Börse. Sie findet von 10 bis 15 Uhr in der JohannStadthalle in der Holbeinstraße 68 statt.
08.07.2011 – Dresdner Neueste Nachrichten
Blumen in der JohannStadthalle
Angehende Floristen zeigen ihre Prüfungsarbeiten
Die 22 Nachwuchsfloristen der Berufsschule für Agrarwirtschaft und Ernährung hatten gestern einen anstrengenden Tag. Die Lehrlinge mussten für ihre Abschlussprüfung bei der Industrie und Handelskammer (IHK) je 4 Arbeiten anfertigen. Gefordert waren ein Strauß, eine Gesteck und eine Pflanzarbeit. Ein weiteres Thema durften sie selbst wählen. Die jungen Floristen konnten sich für einen Hochzeits-, Tisch- oder Trauerschmuck entscheiden. Zubehör und Blumen bekamen die Lehrlinge gestellt .Fantasie und Kreativität mussten sie selbst mitbringen und davon hatten sie reichlich. Es entstanden traumhafte Blumenarrangements. Die Arbeiten wurden anonym bewertet.
Heute bekommen die Lehrlinge ihre Noten für praktische Arbeit. Die theoretischen Prüfungen zu
Kundenberatung, Preisberechnung und Pflanzenpflege sind schon vorbei. Das was die Lehrlinge aus Rosen, Orchideen und anderen Blumen gezaubert haben, können sich Besucher heute von
10 bis 18 Uhr in der JohannStadthalle auf der Holbeinstraße 68 ansehen. Der Eintritt kostet zwei Euro.
18.05.2011 – Sächsische Zeitung
„ Ich habe alles im Griff“
Bianca Deutsch„Ich habe alles im Griff“
Vinzenz Wanitschke ist seit sechs Jahrzehnten Bildhauer mit Leib und Seele. Sein umfangreiches Werk ist jetzt in der JohannStadthalle zu sehen. Für den Fotografen auf einen Stuhl Platz zu nehmen , einfach mal kurz still zu sitzen, fällt Vinzenz. „Das entspricht mir überhaupt nicht“, sagt der 78-jährige etwas widerwillig. „Ich habe doch immer was zu tun.“ Viel lieber würde er sich dabei ablichten lassen, wie er eine große Bronze-Figur auf ein flaches Podest wuchtet.“ Um zu demonstrieren, wie das aussehen könnte, kippt er kurzerhand eine sitzende Bronze-Dame mit kräftigen Rundungen in bedrohliche Schräglage. „ so ungefähr, das wäre mir am liebsten“, ruft er dazu. Doch Wanitschke ist auch ein sehr höflicher Mensch und so setzt er sich schließlich auf einen Stuhl. Vorher streicht er der Figur, die wieder sicheren Boden unter sich hat. Noch schnell zärtlich über den Kopf, als ob er ihr Haar zerzausen will. Die nackte Dame ist ein Zweitabguss von einer der drei Grazien, die im gleichnamigen Garten des Hotels Bellevue sitzen. „ Sie ist mir die liebste der drei“, sagte er. Mir gefällt die Haltung der Hände.“ Der Brunnen „ Die drei Grazien wurde 1985 aufgestellt.. Er ist eine von 13 Brunnen, die Wanitschke in mehr als fünf Jahrzehnten geschaffen hat.
Brunnen-Experte
Sein Brunnen-Erstlingswerk “Mutter mit Kind“ von 1963 steht bis heute vor dem Dresdner Zoo. Der letzte Brunnen entstand 2007 und heißt „Zirkusbrunnen“. Er befindet sich in der Sarrasanistraße genau an der Stelle, wo einst Hans Stosch-Sarrasani Zirkusgeschichte schrieb. Um einen übermütigen Clown marschiert wie in einer Manege eine illustre Elefantenfamilie. „ Bei solchen Aufträgen bin ich sehr erzählerisch“ sagt Wanitschke.In den Brunnen „Viehmarkt“ im sächsischen Neustadt hat er eine falsch addierte Rechnung eingearbeitet. „ das ist immer ein Heidenspaß für Kinder, wenn die das entdecken“, freut er sich. Wanitschke stammt ursprünglich aus Deschnei in Tschechien. Bis heute rollt er beim Reden das „R“, was seiner Sprache einen warmen, weichen Klang verleiht. 1946 wurde seine Familie nach Neubrandenburg zwangsumgesiedelt. Doch der Tradition seines Heimatdorfes blieb er vorerst treu. Weil er in Deschnei die Holzschnitzkunst kennengelernt hatte, absolvierte er nach der Schule eine Ausbildung zum Holzbildhauer. Erst danach wurde er die „geschnitzten Hirsche wieder los“, wie er sagt, und studierte Bildhauerei in Wismar und an der Kunsthochschule in Dresden. „Ich ließ mich nie binden“. Sehnsucht nach seiner ursprünglichen Heimat verspürte er nie, Groll auf Geschichte kennt er nicht. „ Es ist so wie es ist“, sagt er. „ Ich lebe seit 1953 in Dresden. Ich wollte nie woanders hin. “ Vor Jahren erhielt er den Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Ein Preis, den er am liebsten unerwähnt lässt. „Ich bin immer freischaffend gewesen und habe mich nie binden lassen.“ Trotzdem stellte er sein Können auch in den Dienst der Kommunisten. Von 1979 bis 1982 schuf er das Auftragswerk „ Proletarischer Internationalismus“, das an der Lingnerallee steht. „ Für mich ist das Thema des Freiheitkampfes heutzutage aktueller als damals“, sagt er. „Vor dreißig Jahren hatte mich vor allem die Frage gereizt, wie ich die 2,50 m großen Figuren aus Beton überhaupt realisieren kann. So was kann sich ein freischaffender Künstler normalerweise gar nicht leisten, deshalb hatte ich mit dieser Größe wenig Erfahrung.“ Doch auch in diesem Werk sin typische Eigenheiten Wanisches zu erkennnen : Seine Vorliebe für ausladende, barocke Körperlichkeit. Oft stehen seine Figuren auf zarten Füßen und sind mit einem schmalen, meist erhobenen Haupt gekrönt. Nach Modell hat Wanitschke nie gearbeitet. „ Ich habe alles im Griff“, meint Wanitschke dazu und lacht über sich selbst. Mit den Jahren wurden seine Arbeiten abstrakter.„ Ich mag es, wenn glatte sinnliche Formen aufgebrochen werden“, sagt er. „ Das ist spannender.“
In der aktuellen Ausstellung in der JohannStadthalle zeigt er auch neue Werke. Neben den 130 Plastiken sind fast 70 Materialbilder zu sehen. Von Reisen bringt er Rinde, Tannenzapfen oder Steine mit und entwirft daraus malerische Landschaften. Vinzenz Wanitschke hat eben immer etwas zu tun.
20.06.2010 – Sächsische Zeitung
Johannstädter feiern französisches Straßenfest
Philipp RungeJohannstadt: Kommenden Montag wird an vier originellen Plätzen Musik erklingen. Dabei treten 18 Künstler aus Dresden und Umgebung auf.
Dieses Jahr wird die Johannstadt erstmalig auch zum Veranstaltungsort für die „Fête de la Musique“. Diese wird weltweit jährlich zur Sommersonnenwende gefeiert. Der Verein JohannStadthalle hat die Fete nun auch bei sich auf die Beine gestellt. Das Institut Francais veranstaltet das Fest in der Altstadt schon seit mehreren Jahren. Darum half das Institut Francais dem noch jungen Verein bei der Organisation.
Auf die Idee kam die Geschäftsführerin Ulrike Cadot-Knorr in Paris. Dort hat das Musikfest auch seine Wurzeln. Jedes Jahr werden ganze Plätze für die auftretenden Künstler und ihre Zuschauer gesperrt. 1982 wurde es auf Initiative des damaligen französischen Kulturministers zum ersten Mal gefeiert. Schnell hat es sich ausgebreitet. Letztes Jahr wurde es in 340 Städten rund um den Globus zelebriert. Das dürfte vor allem an den Bedingungen des Festes liegen.
So können alle Veranstaltungen ohne Eintritt besucht werden. Zudem treten die Künstler ohne Gagen auf. Ebenfalls bemühen sich die Veranstalter um besonders schöne Konzertorte, so zum Beispiel unter freiem Himmel.
Der Johannstädter Verein muss allerdings Gebühren an die Musikverwertungsgesellschaft Gema bezahlen. „Das ist ein Problem, das der Grundidee des Festes widerspricht“, erklärt Ulrike Cadot-Knorr. Die finanziellen Mittel dafür muss der Verein alleine tragen. Dagegen freut sich die Vereinschefin, dass viele Künstler gewonnen werden konnten.
Insgesamt 18 Interpreten werden am Montag ab 15.30 Uhr an den vier verschiedenen Orten auftreten. Der Fährgarten gehört ebenso dazu wie der Zirkus- und der Zwillingsbrunnen in den Johannstädter Wohnvierteln. Das Abschlusskonzert von Künstler Sebastian Lohse ist in der JohannStadthalle auf der Holbeinstraße geplant. Die Musiker kommen aus Dresden oder der näheren Umgebung und bieten ein buntes Programm.
15.06.2010 – Dresdner Neueste Nachrichten
Süßer Anlass zum Kennenlernen
Heinz WeißflogKünstler der Schokofabrik stellen in der JohannStadthalle aus
Zur Eröffnung gab es Schokolade. Ein süßer Anfang für eine gemeinsame Präsentation, auf der sie sich zusammengefunden haben, um sich besser kennenzulernen: Die Schokowerker sind neun Künstlerinnen und Künstler verschiedenen Alters, Berufes und unterschiedlicher Herkunft, die ein Atelier in der alten Blockschokoladenfabrik auf der Hopfgartenstraße, inmitten von Plattenbauten aus der DDR-Zeit besitzen und nun das erste Mal in der JohannStadthalle gemeinsam ihre Arbeiten ausstellen …
… Während der Ausstellung entstand auch ein gemeinsames Objekt zum Thema „Wasser“. Außerdem finden zahlreiche weitere Veranstaltungen statt, wie Frank Ole Haakes Bemalungen von sechs Glasscheiben in der Technik der Hinterglasmalerei, sowie Konzerte auf dem Cembalo mit Iwai Yasushi, der sich in der Ausstellung als Maler präsentiert. Selbstporträt-Workshops leitet die Dresdner Künstlerin Katharina Probst, Filzkurse werden von Henriette Rückert durchgeführt. Frank Ole Haake zeigt einen Dokumentarfilm zum Abriss des Centrum Warenhauses an der Prager Straße, während Anke Ewers verschiedene künstlerische Techniken für Anfänger und Fortgeschrittene in einem offenen Workshop vorstellt. Wolfgang Bruchwitz demonstriert „Radierkunst mit der kalten Nadel ins weiche Material“ und erklärt, was Grafik ist.
31.03.2010 – Sächsische Zeitung
Kinder haben tolles Plakat für die JohannStadthalle gemalt
Peter HilbertEin acht Meter breites Bild mit Frauen und Männern ziert jetzt den Ostgiebel des Kulturhauses.
Der graue Ostgiebel der Johannstadthalle ist jetzt toll geschmückt. Auf knapp drei Meter hohen und acht Meter breiten Leinenbahnen zieren lustige Frauen und Männer das Kulturhaus. Die haben Kinder der Johannstädter Tagesstätte „Gänseblümchen“ gemalt, erläutert Ulrike Cadot-Knorr, die Geschäftsführerin der Johannstadthalle. Das ist nicht nur so, weil ihr zweijähriger Sohn Pierre die Kita besucht. Die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt hat den Kita-Bau bezahlt. Sie finanziert auch zum Großteil den Betrieb der Johannstadthalle. So arbeiten beide Einrichtungen eng zusammen.
Cadot-Knorr kam bei der Planung für dieses Jahr auf die Idee, ein gemeinsames Frauen- und Männertagsplakat zu gestalten. Mit der Pieschener Künstlerin Conny Cobra hatte sie eine gute Partnerin. Diese malt wöchentlich mit den Gänseblümchen-Kindern. Mit denen rückte sie in der Johannstadthalle an. Binnen drei Tagen hatten sie Stoffbahnen mit Acrylfarben in ein schmuckes Plakat verwandelt.
Das war kein einfaches Unterfangen, berichtet die Hallenchefin schmunzelnd. Immerhin wurde mit wasserfester Acrylfarbe gemalt. Also waren die Kleinen in Kitteln in Aktion. Mindestens bis zum Männertag soll das Plakat den Hallengiebel schmücken.
22.04.2010 – Sächsische Zeitung
JohannStadthalle belebt das Gebiet
Martina LauDresdner Vereine – Teil 4
Die SZ stellt in loser Folge Vereine vor. Heute: Der JohannStadthalle e.V.
Ulrike Cadot-Knorr ist Herrin über einen Saal von 680 Quadratmetern sowie diverse Werkstätten und Ateliers. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Vereins Johannstadthalle ist sie angetreten, den Stadtteil noch lebendiger zu machen. Für diese Herzensangelegenheit kam sie nach Jahren im Ausland in ihre Heimat zurück. Nun ist die freie Filmemacherin Geschäftsführerin des Vereins.
Mit einer Ausstellung über den Architekten Wolfgang Hänsch hatte im letzten Juni alles begonnen. 2000 Menschen kamen in sechs Wochen vorbei, um sie zu betrachten. Ein fulminanter Start. „Wir sind kein typischer Mitgliederverein“, sagt Ulrike Cadot-Knorr. Zehn Gründungsmitglieder investieren ihre Freizeit in die Planung und Durchführung von Veranstaltungen in der Holbeinstraße 68.
Sie möchten mit den Menschen im Stadtteil in Kontakt kommen. Diese sind eingeladen, ihre Ideen für die JohannStadthalle mit einzubringen. Das Motto über allen Angeboten in diesem Jahr lautet: „Johannstadt – soziale Stadt“. Seit Anfang April nimmt eine junge Hamburgerin den Stadtteil dafür mit ihrer Kamera unter die Lupe. „Ich möchte den Bewohnern einen neuen Blick auf Johannstadt eröffnen“, sagt Sonja Dürscheid. Die 33-Jährige bekam ein Stipendium des Vereins. Eine Wohnung und ein Atelier werden ihr bis Ende April zur Verfügung gestellt, außerdem erhält sie ein Honorar. Am 23. April öffnet sie ihr Atelier und zeigt die Ergebnisse ihrer Videoarbeit.
14.02.2010 – Dresdner Morgenpost
Die JohannStadthalle mutiert zum Hörsaal
Dresden Johannstadt kriegt eine neue Uni. „Wir möchten unseren Stadtteil damit noch interessanter und attraktiver machen“, sagt Sandy Asser vom JohannStadthalle e.V., der hier für Kultur in allen Spielarten sorgt.
Für die neue „JohannStadtUniversität“ hat sich der Verein praktischerweise gleich mit Instituten und Fakultäten aus der Umgebung verbündet. Schließlich sind in der Johannstadt zum Beispiel die Uniklinik oder Dresden University of Technology ansässig, die ihre Referenten „nur über die Straße“ zu schicken brauchen.
Die monatlichen, 90-minütigen Vorlesungen beginnen am 25. Februar. Sie tragen Titel wie „Demenz – woran erkennt man sie und wie kann man sie behandeln?“, „Medikamente in Entwicklung – wieso kostet das so viel?“, „Überleben im Weltraum – Lebenserhaltungssysteme für Astronauten“ oder „Holz zwischen Tradition und Zukunft“. Sandy Asser: „Die Vorträge sind für jedermann geeignet, man kann danach auch Fragen stellen.“ Beginn ist jeweils 18 Uhr in der Holbeinstrße 68, Eintritt: 3,- bzw. 2,- Euro ermäßigt.
Bereits am 23. Januar ab 15 Uhr präsentieren sich die Referenten und Institute vor Ort. An diesem „Tag der Ideen“ stellen auch Tüftler und Hobbyforscher ihre Projekte vor.
01.09.2009 – Deutsches Architektenblatt Ausgabe Ost 09/09
Wolfgang Hänsch – Architekt der Moderne
Prof.Dr.-Ing. Gisela RaapCa. 2000 Besucher hatten sich mit einer der bekanntesten Architekturpersönlichkeiten der Stadt Dresden während seiner Ausstellung vom 19.06. – 31.07.09 in der JohannStadthalle vertraut gemacht. Die Gäste sahen für sie wahrhaft vertrautes in konzentrierter Form: die besten Bauten der Dresdner Nachkriegsmoderne, deren Entstehen und deren intensiver Nutzung sich die Besucher der Generaration 50+ noch lebhaft und überwiegend positiv erinnerten.
Ob vor Bildern und Originalzeichnungen der Borsbergstraße, der nicht mehr existierenden Webergasse, dem Haus der Presse, dem Kulturpalast oder der Semperoper – die Diskussionsfreudigkeit der Dresdner Bürger über das Schicksal dieser Bauten war ungewöhnlich hoch. Zu den donnerstags stattfindenden Filmabenden kamen so viele Gäste, dass die Platzkapazität nicht ausreichte und manche Veranstaltung wiederholt werden musste.
Es war ein guter Entschluss, diese Ausstellung mit einer Reihe von Zeitzeugnissen, die über die reine Architekturdarstellung hinausgehen, anzureichern. Sie sollte bewusst nicht nur Architekten sondern vor allen die Nutzer der Bauwerke ansprechen. Mehr als allgemein gedacht wird, sind den Dresdnern die Bauten, in denen sie auch viele angenehme Stunden verbracht haben, ans Herz gewachsen.
22.08.2009 – Dresdner Neueste Nachrichten
Wenn ein Vogel ein Nest baut
Heinz WeißflogKunstwerke von Cèsar Olhagaray und Muriel Cornejo
In diesem Jahr kam eine Ausstellung mit Werken des Malers zustande, in der man Malerei, Grafik und Fotografie sowie Weidenrutenplastiken seiner Lebensgefährtin sehen kann. Die über 150 Arbeiten von Olhagaray schmücken die hohen Wände des Raumes, darunter unterschiedlich formatige Acrylbilder, Mischtechniken, Gouachen, Aquarelle und Zeichnungen sowie Fotografien von den Ereignissen in Chile. Sie sind als Retrospektive von 1975 bis 2009 gedacht und vermitteln ein interessantes Bild bewegter Jahre. Die Kunst anderer Kulturen, besonders die alte lateinamerikanischer Kunst sowie die französische Moderne haben ihn stark beeinflusst, wesentlich für sein Werk aber waren vor allem magischer Realismus und Surrealismus des 20. Jahrhunderts
Muriel Cornejo hängt und stellt ihre Weidenrutenobjekte in den weiten Raum, als fänge sie mit ihnen das hereinbrechende Licht. Unter dem Titel „Nuke“ erdichtet sie seit 16 Jahren Formen, die an Samenkörner, Kokons, Kugeln, seltsame Köcher und Fanggeräte erinnern. Die indianische Bezeichnung „Nuke“ ist Synonym für Korb, Gefäß, Ei, Bauch oder auch Schoß, der etwas trägt, also Geborgenheit, selbstlose Liebe ausdrückt.
In gemeinsamen Projekten arbeiten Cèsar und Muriel auch als Puppenspieler, besonders mit Flachfiguren und Animationen von Papier und Stoff.
09.07.2009 – Sächsische Zeitung
Eine Zeitreise durch 60 Jahre Baugeschichte
Birgitt Grimm"Wolfgang Hänsch nimmt kein Blatt vor den Mund. Der 80-jährige Architekt ist en kritischer Beobachter des aktuellen Baugeschehens in seiner Heimatstadt Dresden. Und wenn es sein muss, mischt er sich immer wieder ein.
Beispiel Kulturpalast. Den Umbau zum Konzertsaal hält Hänsch für einen Schildbürgerstreich. "Hier wird ein funktionierender Multifunktionssaal kaputt gemacht für einen Konzertsaal, der besser an anderer Stelle in Dresden gebaut werden könnte, zum Beispiel zwischen Blockhaus und Finanzministerium", sagte Hänsch unlängst in der Ausstellung, die seinem Lebenswerk gewidmet ist. Die Wettbewerbsaufgabe war falsch gestellt, meint er. Ziel hätte der Neubau eines Konzerthauses für Philharmonie und Staatskapelle sein müssen, denn auch die Semperoper sein kein optimaler Konzertsaal.
Die Architekturprofessorin Gisela Raap, die nach ihrer Emeritierung vor sieben Jahren das Sächsische Archiv für Architektur und Ingenieurbau gegründet hat und die Dresdner Baugeschichte nach 1945 untersucht, hat für diese Ausstellung in der Dresdner JohannStadthalle die wichtigsten 5 Bauten von Wolfgang Hänsch ausgewählt. Das sind in der Reihenfolge ihres Entstehens in Dresden: Die Borsbergstrasse, die Webergasse, das Haus der Presse, der Kulturpalast und der Wiederaufbau der Semperoper mit ihren Funktionsgebäuden. Hänsch hat Schulen gebaut und Wohnhäuser und sich nach der Wende auch am Dresdner Neumarkt eingemischt. "Er ließ sich in seiner Haltung zur Architektur der Moderne nicht auf Kompromisse ein", sagt Gisela Raap…"