„ZUKUNFT FINDET JOHANNSTADT“
Die Auftaktveranstaltung „3. Tag der Ideen“ findet am 29.01.2012, von 10.00 bis ca. 17.30 Uhr statt. (mehr Infos unter "Programm", Eintritt frei)
Das Anliegen des Jahresmottos "Zukunft findet Johannstadt"
„Die europäische Stadt von morgen wird von uns HEUTE gestaltet.“
Die Ära der Metropolen ist angebrochen. Mehr als die Hälfte der Menschen lebt heute in Städten, 2050 werden es wohl bereits zwei Drittel sein. Doch wie stellen wir uns die ideale Stadt von Morgen vor? Wie und was sollte sich in unserem Stadtteil verändern?
Die Zukunft der europäischen Stadt liegt, anders als in den Megametropolen dieser Welt, nicht in der Stadterweiterung, sondern in der Erneuerung bzw. Modernisierung der bestehenden Stadt. Vor allem Technologie und Nachhaltigkeit sollen die Stadt retten.
Der JohannStadthalle e.V. möchte gemeinsam mit den Bürgern mit dem, durch das Jahr führenden, Programm der JohannStadtUniversität zukunftsträchtige Themen durchleuchten:
1) „die bewegte Stadt: Gleise und Straßen sind die Lebensadern von Metropolen – Staus und ein unzuverlässiger Nahverkehr können einen Infarkt auslösen“; geringe Wege (zwischen Wohnen, Arbeiten und Einkaufen) und neue Mobilitätskonzepte werden untersucht.
2) „die hungrige Stadt: Städte tragen nicht nur erheblich zur globalen Erwärmung bei – sie können auch am meisten dagegen tun“; Ressourceneinsparung im Bereich Flächen, Energie und Wasser und in diesem Zusammenhang auch das Stadtgrün werden eine Rolle spielen.
3) „die soziale Stadt: Vielfalt ist eine Stärke von Metropolen – und eine ihrer größten Herausforderungen“; Organisieren des Miteinanders von Einheimischen, Migranten, Jungen und Alten sowie Reichen und Armen ist für die Entwicklung des Stadtteils unentbehrlich.
4) „die saubere Stadt: Städte sind Orte der Verschwendung: Sie brauchen große Mengen an Wasser, verdrecken die Luft und verursachen immer mehr Müll.“ Auch die Frage, wie die Johannstadt sauber bleibt, werden den JSH e.V. im kommenden Jahr beschäftigen.
VERANSTALTUNGSKALENDER "ZUKUNFT FINDET JOHANNSTADT":
29. Januar 2012, 10.00 -18.00 Uhr, JohannStadthalle
Auftaktveranstaltung 3. Tag der Ideen – Zukunft findet Johannstadt
15. März 2012, 10.00 Uhr, Heubnerstrasse
Baustellenführung für Kleine „Niedrigenergiehaus“ mit der WGJ eG
15. März 2012, 16.00 Uhr, Heubnerstrasse
Baustellenführung für Große „Niedrigenergiehaus“ mit der WGJ eG
29. März 2012, 16.00 Uhr, Tatzberg
Führung durch das Logistikzentrum der SRD, Herr Hofinger, Geschäftsführer SRD
29. März 2012, 18.00 Uhr, JohannStadthalle
Vortrag "Moderne Müllverwertung", Herr Hentschel, Geschäftsführer SRD
30. März 2012, ab 16.00 Uhr, Arnoldstrasse
Bürgerputzaktion im Rahmen von „Sauber ist Schöner“, Treffpunkt Brache Arnoldstrasse
31. März 2012, 10.00 bis 18.00 Uhr, Verein Aktives Leben
Eröffnung der Fahrradselbsthilfewerkstatt „Radschlag", Aktives Leben e.V., Dürerstrasse 89
12. April 2012, 19.00 Uhr, JohannStadthalle
Die Stadtspieler: Spielen Sie ein Strategiestadtplanerspiel mit verschiedenen Akteuren der Stadt.
19. April 2012, 19.00 Uhr, JohannStadthalle
Vortrag "Städtebauliche Konzepte für die Johannstadt", Herr Mann, Stadtplanungsamt
28. April 2012, 10.00 Uhr, Stadtteil
Saattag, eine Kooperation mit dem Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, der WGJ eG und dem Ufer Projekte e.V.
24. Mai 2012, 19.00 Uhr, JohannStadthalle
Vortrag “Entwicklung und Erprobung eines integrierten Regionalen Klimaanpassungsprogramms für die Modellregion Dresden – kurz REGKLAM", Herr Geyer, regionales Koordinationsbüro Regklam
25. September 2012, 19.00 Uhr, JohannStadthalle
Vortrag „CO2 Einsparung in der Stadt der Zukunft“, STEG
29. September 2012, 10.00 – 18.00 Uhr, JohannStadthalle
Medienpädagogischer Aktionstag „Vernetzte Johannstadt“ mit dem SAEK Dresden
20. Oktober 2012, 10.00 Uhr, Stadtteil
Erntetag, eine Kooperation mit dem Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, der WGJ eG und dem Ufer Projekte e.V.
22. bis 26. Oktober 2012, Ferienangebot, JohannStadthalle
„Recyclingkunstwoche“, Workshopleiterin Magdalena Sankowska
22. November 2012, 19.00 Uhr, JohannStadthalle
Diskussionsforum zur Verkehrsplanung der Zukunft in Johannstadt, DVB AG
HEIMLICHT
Zeitgenössisches Musiktheater im privaten Raum
Projektidee
Unter dem Titel HEIMLICHT findet ein zeitgemäßes, partizipatives Musiktheater-Projekt in Dresden statt, bei dem Bewohner des Stadtteils Johannstadt eingeladen sind, sich mit der Lebenssituation in ihrem Stadtteil im Rahmen von Workshops künstlerisch auseinanderzusetzen. Es werden gezielt Vereine, Schulen, Pflegeheime sowie ein Asylbewerberheim vor Ort kontaktiert, um die Bevölkerung in ihrer Vielfältigkeit einzubeziehen. Um von Anfang an eine inhaltliche Diskussion zum integralen Bestandteil der künstlerischen Prozesse werden zu lassen, haben die von Eva Gödan und Johannes Voit geleiteten Workshops unterschiedliche thematische Schwerpunkte, denen sich die Teilnehmer je nach Interesse zuordnen können (z.B. Privatheit vs. Öffentlichkeit, Voyeurismus, gläserner Mensch), die jedoch stets mit Bezug zur persönlichen Lebenssituation der Teilnehmer diskutiert werden. Die Wahl der künstlerischen Mittel bleibt den Teilnehmern überlassen, wobei interdisziplinäre Formen bevorzugt werden, die Musik, Tanz und Theater verbinden. Sowohl der Ablauf als auch die thematische Konkretisierung des Musiktheaters entstehen erst während der Workshops-Phase in Zusammenarbeit mit den Teilnehmern. Am Ende des Prozesses stehen zwei Aufführungen in einem der drei fünfzehngeschossigen Hochhäuser des Wohnkomplexes Johannstadt-Nord. Innerhalb des Hauses gibt es eine Vielzahl dezentraler Spielstätten in den Wohnungen, Foyers, dem Keller sowie dem Treppenhaus, die durch die beiden Aufzüge erreicht werden können. Die Aufführungen werden von den Teilnehmern selbst gestaltet, wobei sie von einigen professionellen Musikern bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützt werden. Eine Dokumentation des Projekts wird von Johannstädter Jugendlichen in Kooperation mit dem Medienkulturzentrum Dresden erstellt.
Die Johannstadt
Viele Dresdner denken im Zusammenhang mit der Johannstadt zuerst an die anonyme DDR-Architektur, die ihr Gesicht bestimmt, prominentes und weithin sichtbares Beispiel ist der Wohnkomplex Johannstadt-Nord: Fenster reiht sich an Fenster, Briefkasten an Briefkasten, Wohnung an Wohnung. Die 3800 Wohneinheiten gleichen einander wie ein Ei dem anderen und setzen dem Raum für individuelle Entfaltung ihrer Bewohner enge Schranken. Wenn die Johannstadt Schlagzeilen macht, sind es meist negative, so etwa der fremdenfeindlich motivierte Mord an einer Ägypterin im Jahr 2009. Nicht zuletzt durch solche Zwischenfälle haftet dem Stadtteil mit dem höchsten Ausländeranteil das Stigma eines „Problemviertels“ an. Dabei ist die Johannstadt ein lebendiger Stadtteil, der mit seiner soziokulturellen Vielfalt einmalig in Dresden ist. Menschen mit ganz unterschiedlichem sozialem, ethnischem und persönlichem Hintergrund leben, lernen und arbeiten hier gemeinsam. Indem das Projekt HEIMLICHT einen Blick hinter die Fassade wirft, verleiht es den Bewohnern dieses unbekannten und häufig verkannten Stadtteils ein Gesicht. Dabei geht es nicht um eine ohnehin nicht zu ermittelnde kollektive Identität, sondern um das Sichtbarmachen der individuellen, persönlichen Lebensentwürfe, Träume und Erinnerungen, die in ihrer Summe veranschaulichen, was das Leben in der Johannstadt ausmacht. Dazu ist es nötig, in den privaten Raum vorzudringen und gemeinsam mit den Johannstädtern künstlerische Ausdrucksformen zu finden, die geeignet sind, das Leben in der Johannstadt zu reflektieren.
